Oras Sohn meldet sich am Ende seines Militärdienstes freiwillig zu einem Militäreinsatz. Aus Angst vor einer möglichen Benachrichtigung über seinen Tod begibt sie sich auf eine lange Wanderung mit Avram, um für diese Nachricht unerreichbar zu sein. Das Buch erzählt von ihrer Liebe zu den beiden Männern, den Vätern ihrer Söhne und ihrem verzweifelten Versuch durch ihre Erinnerungen den Sohn am Leben zu erhalten.
In langen Gesprächen mit Avram tritt Stück für Stück das private Beziehungs- und Schicksalsgeflecht von Ora, Illan und Avram zutage, in dem sich zugleich die Geschichte Israels und sein politischer Alltag widerspiegelt.
Es ist faszinierend, wie der Autor nach und nach die Zusammenhänge freilegt, die das Schicksal der handelnden Personen zwingend auf Lebzeiten miteinander verknüpft. Durch die Lektüre ist es für mich spürbar geworden, was es heißt, in einem Land zu leben in dem Krieg zum Alltäglichen gehört, und es ist damit ein bisschen leichter geworden meine Freunde Dita und Ilan ein stückweit besser zu verstehen, wie sehr das Schicksal des Einzelnen davon im ganz persönlichen Alltag betroffen ist und die Menschen prägt.
David Grossmann ist einer der bedeutendsten Schriftsteller der israelischen Gegenwartsliteratur. Während er diesen Roman schrieb, starb sein Sohn Uri im zweiten Libanonkrieg.
Eine Frau flieht vor einer Nachricht: Roman.
736 Seiten, ISBN 3446233970
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