Es ist ein winziges Büchlein, in der Reclam-Ausgabe für den Preis einer Tageszeitung zu haben, und doch erschließt es auf seinen 46 Seiten eine ganze Welt. Obwohl vielleicht Clemens Brentanos bekannteste Erzählung, schlummert sie doch in einer Nische der romantischen Literatur, die aufzusuchen in unseren Tagen nicht allzu vielen Leserrn gegeben ist.
Für Hermann Hesse etwa war sie ohne Zweifel die schönste unter Brentanos Erzählungen. Noch unter dem Eindruck der Napoleonischen Kriege, wurde Brentano für die Novelle von dem Bericht einer Bekannten inspiriert, die ihm von einem Kindsmord in Schlesien und dem Selbstmord eines Unteroffiziers erzählt hatte.
Geschrieben 1817, vermittelt Brentano mit der Handlung seine Gedanken über den Begriff der Ehre, gesellschaftliche Zwänge und die Stellung der Schriftsteller seiner Zeit in Deutschland. Eine unvergessliche Lesestunde, deren dichter Atmosphäre aus düsteren Vorahnungen, starken Gefühlen und Sehnsüchten man sich nicht zu entziehen vermag! Clemens Brentano, Geschichte vom braven Kasperl und dem schönen Annerl.


















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