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"Man kann niemanden überholen, wenn man in seine Fußstapfen tritt."
Francois Truffaut

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KOMM MIT TEMBO / Erster Abend: EIN ELEFANT WIRD GEBOREN

Eine Gute-Nacht-Geschichte von Ingrid Bernatzik.

Es war in einer warmen Vollmondnacht. Die Grillen zirpten um die Wette, und sehnsüchtig heulten die Schakale. Glitzernd wie Diamanten standen die Sterne am Himmel, immer wieder fiel einer von ihnen als lange silberne Träne zur Erde.

Eine Gute-Nacht-Geschichte von Ingrid Bernatzik.

Es war in einer warmen Vollmondnacht. Die Grillen zirpten um die Wette, und sehnsüchtig heulten die Schakale. Glitzernd wie Diamanten standen die Sterne am Himmel, immer wieder fiel einer von ihnen als lange silberne Träne zur Erde.

„Seht die vielen Sternschnuppen!" riefen die Leute aufgeregt und liefen vor ihre Hütten. „So eine schöne Nacht haben wir noch nie gesehen, heute muss etwas ganz Besonderes geschehen!"

In dieser Nacht kam das Elefantenbaby im Mondschatten einer großen Schirmakazie zur Welt. Es war das schönste Elefantenkälbchen, das je in Afrika geboren wurde. Seine weiche Haut war mit langen dünnen Haaren bedeckt. Die zarten Ohren standen wie große Lappen vom Kopf ab. Die glückliche Elefantenmutter fuhr mit dem Rüssel behutsam über das kleine faltige Wesen, streichelt und küsst es und drehte es auf den Rücken.

Immer wieder versuchte das Baby auf seinen wackeligen steifen Beinen zu stehen und fiel schreiend um. Bis es ihm schließlich gelang und sein geringelter rosiger Rüssel unter dem Bauch der Mutter die Quelle fand, aus der köstliche warme Milch strömte. Dann rollte es den Rüssel zurück und trank und trank und konnte gar nicht genug bekommen. Drei andere Elefantenkühe standen im Kreis herum und trompeteten vor Stolz und Freude.

Bald kehrte die Mutter zu ihrer Herde zurück. Das Elefantenkind lernte, immer ganz dicht bei den dicken Säulenbeinen der Mutter zu bleiben, wenn sie durch die Steppe zogen. Der Vater, ein mächtiger Bulle mit zwei riesigen gelben Stoßzähnen, passte scharf auf, dass kein Feind in die Nähe kam. Er war zwar stärker und klüger als alle anderen wilden Tiere, aber wenn ein Junges in der Herde mitlief, war er besonders vorsichtig. Oft blieb er stehen und hob prüfend den Rüssel in den Wind, um Witterung aufzunehmen. Denn Elefanten haben schlechte Augen und können nicht gut sehen. Dafür haben sie eine feine und empfindliche Nase.

Besonders freute sich das Elefantenkalb, wenn sie zu einem Tümpel oder Teich kamen. Dann klammerte es sich mit dem Rüssel am Schwanz seiner Mutter fest und durchwatete das Wasser. Das plätscherte so lustig um die Füße und spritzte bis zum Bauch. Manchmal tauchte die Mutter den Rüssel tief ins Wasser und prustete einen nassen Strahl über ihren Rücken und über ihr Baby. Es kam auch vor, dass alle Elefanten richtig übermütig wurden und sich im kühlen Schlamm wälzten. Dann quiekte das Kälbchen vor Vergnügen und war über und über mit Schmutz bedeckt.

In der Nacht schlief das Elefantenkind eng an seine Mutter geschmiegt, da war es geschützt und sicher.

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