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"Man kann niemanden überholen, wenn man in seine Fußstapfen tritt."
Francois Truffaut

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KOMM MIT TEMBO / Sechzehnter und letzter Abend: TISSA NIMMT ABSCHIED VON SEINEM ELEFANTENKIND

Zum ersten Mal in seinem Leben hatte der Tissa eine richtige Löwenjagd erlebt. Das war sehr aufregend. Aber jetzt, während der Massai mit seinen Kameraden tanzt und singt, geht Tissa unbemerkt fort. „Ich muss meine Tiere suchen", sagt er vor sich hin. "Es könnten noch andere wilde Tiere kommen. Es ist so gefährlich in der Steppe."

Zum ersten Mal in seinem Leben hatte der Tissa eine richtige Löwenjagd erlebt. Das war sehr aufregend. Aber jetzt, während der Massai mit seinen Kameraden tanzt und singt, geht Tissa unbemerkt fort. „Ich muss meine Tiere suchen", sagt er vor sich hin. "Es könnten noch andere wilde Tiere kommen. Es ist so gefährlich in der Steppe."

Immer schneller läuft er über die Hügel, vorbei an Giraffen, Gazellen und roten Termitenhügeln. Bis zu der Stelle, wo Juma den Löwen getötet hat. Er sieht die Fährte des Elefantenbabys und geht ihr nach. Da hört er ein leises Jammern. Er bückt sich und hebt das Dik-Dik auf, das wie ein Häufchen Unglück hinter einem Busch liegt. Freudig küsst und liebkost er es, "Mein kleines Dik-Dik, wie gut, dass du da bist. Komm, ich will dich tragen."

"Wo bist du nur so lange gewesen", weint die Antilope, "ich bin fast gestorben vor Furcht. Ich habe Durst ..." "Ja, du bekommst deine Milch, aber zuerst müssen wir Tembo finden, das verstehst du doch" sagt Tissa beruhigend.

Er nimmt das Tierchen unter den Arm und geht weiter. Und auf einmal sieht er sie. Eine Herde von fünfzehn Elefanten. Wie aus dem Boden gewachsen stehen sie in der Steppe, knabbern friedlich an den Zweigen und prusten Staub in die Luft. Dort steht eine Elefantenkuh, ein Kälbchen trinkt bei ihr.

Tissa blickt genauer hin. Dieses Kalb - nein, das kann nicht sein. Es sieht fast so aus wie Tembo. Tissa pirscht sich näher heran. Da hebt der große Bulle seinen Rüssel in die Luft. Es riecht nach Mensch! Und langsam setzt er einen Fuß vor den anderen. Alle Elefanten hören auf zu fressen, wenden sich um und folgen dem alten Bullen. Der junge Elefant bleibt ganz dicht an den Hinterbeinen seiner Mutter.

Da schreit Tissa: "Tembo, Tembo - jetzt kann ich dich erkennen, komm zu mir!" Und er will hinlaufen. Doch er rührt sich nicht von der Stelle. Wie gebannt steht er und sieht, wie die Herde langsam fortwandert, ein Tier hinter dem anderen, wie aufgefädelt. Bis das kleine Elefantenkalb nur noch ein dunkler Punkt in der gelben Steppe ist.

Ganz leise sagt Tissa: "Der liebe Gott hat mein Baby zu seiner Mutter zurückgeführt. Er hat es so gewollt. Und deshalb ist es gut so." Eine dicke Träne kullert aus seinen großen schwarzen Augen, fest drückt er das Dik-Dik an sich.

Tissa ist nicht mehr zu den Massai gegangen. Er kehrte ins Dorf seiner Eltern zurück. Und das Dik-Dik blieb bei ihm. Es wuchs und wuchs, bis es groß wie ein Hase war. Denn größer können Zwergantilopen nicht werden.

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