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"Die Zeit verwandelt uns nicht, sie entfaltet uns nur."
Max Frisch

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KOMM MIT TEMBO / Vierter Abend: TEMBO UND TISSA AUF WANDERSCHAFT

Abends führt Tissa sein Elefantenbaby in den Stall zu den Kühen und Ziegen, breitet lockeres Stroh auf dem Boden aus: „Hier kannst. du ruhig schlafen, niemand wird dir etwas zuleide tun." Er fährt noch einmal mit der Hand über Tembos Rücken und geht weg. Aber Tissa kann nicht schlafen. Die ganze Nacht hört er, wie drüben im Stall der kleine Elefant schreit und jammert: „Ich fürchte mich, wo ist meine Mutter? Es ist so finster ..." Und die Kühe werden unruhig und schnauben und stampfen.

Abends führt Tissa sein Elefantenbaby in den Stall zu den Kühen und Ziegen, breitet lockeres Stroh auf dem Boden aus: „Hier kannst. du ruhig schlafen, niemand wird dir etwas zuleide tun." Er fährt noch einmal mit der Hand über Tembos Rücken und geht weg. Aber Tissa kann nicht schlafen. Die ganze Nacht hört er, wie drüben im Stall der kleine Elefant schreit und jammert: „Ich fürchte mich, wo ist meine Mutter? Es ist so finster ..." Und die Kühe werden unruhig und schnauben und stampfen.

Am nächsten Tag sagt Tissas Vater Waweru: "Dein Elefant hat die ganze Nacht geschrieen. Wenn das die großen Elefanten hören, werden sie kommen und ihr Kind zurückholen. Und wenn sie wütend sind, werden sie alles zertrampeln und das ganze Dorf zerstören. So geht das nicht weiter!" Von nun an schläft Tissa jede Nacht im Stall. Er legt seinen Kopf auf den Bauch oder die Schulter von Tembo. Jetzt spürt das Elefantenkind, dass es nicht mehr einsam ist. Und beide schlafen ruhig und zufrieden. Jede Nacht. Und die großen Elefanten sind nie mehr zurückgekommen.

Aber nun will Tembo überhaupt nicht mehr allein sein, nicht eine Stunde. Auch tagsüber. Das ist oft recht schwierig für Tissa. Denn die Milch im Stall reicht längst nicht mehr, er muss weit laufen, um genügend Milch aufzutreiben. Der kleine Elefant verschluckt gierig Unmengen davon. Sein Durst ist kaum zu stillen. Und während der Negerjunge fort ist, läuft Tembo im Garten herum, zertritt das schöne Gemüse, das Tissas Mutter mühsam angepflanzt hat, und schreit. Eines Tages sagen die Nachbarn: "Wir können dir keine Milch mehr geben. Dieses Jahr ist heiß und die großen Regen sind bis jetzt ausgeblieben. Unsere Kühe geben kaum mehr Milch und werden bald ganz trocken stehen."

Da wird Tissa sehr traurig. In dieser Nacht weint er vor sich hin, und seine Tränen tropfen auf den Kopf des Elefanten. Tembo hebt seinen weichen Rüssel und fährt erstaunt über Tissas Gesicht, über seine Augen und seinen Mund. Er hat noch nie einen Menschen weinen sehen. "Sei wieder froh bitte, es wird schon alles wieder gut", brummt der kleine Elefant und versucht den Jungen auf seine Art zu trösten.

"Wir werden fortgehen, weit fort", schluchzt Tissa. „Hier können wir nicht mehr bleiben." Und dabei ist ihm ganz weh ums Herz, denn er hat seine Eltern und Geschwister sehr lieb. Am nächsten Tag bereitet er alles heimlich vor. Mit einem langen Messer schabt er das Fleisch von den spitzen Blättern der Sisal-Agave und dreht aus den dicken Fäden, die übrig bleiben, einen festen Strick. In einen Beutel füllt er ein wenig Maisbrei und die letzte Flasche Milch für Tembo.

Niemand merkt etwas, als er vor Sonnenaufgang mit Tembo aus dem Stall schleicht. In der Hand trägt er Pfeil und Bogen. Vorsichtig blickt er nach allen Seiten. Dann windet er den Strick um den Elefantenhals, und lautlos verlassen beide das Dorf. Der Himmel färbt sich lila, zart rosa und orange, bis am endlosen Horizont die Sonne wie ein riesiger dunkelroter Luftballon auftaucht.

Nach einer Weile sagt Tembo:"Du brauchst mich nicht anzubinden, ich laufe nicht weg. Wenn du willst, kannst du auch auf meinem Rücken sitzen." Von nun an reitet der kleine Tissa auf Tembos Rücken durch die weite staubige Steppe. Er ist gar nicht mehr traurig, sein Herz ist froh und leicht. Lange Zeit begleitet die beiden der silbrige Flügelschlag von schlanken weißen Vögeln. Denn die Reiher fliegen gerne dort, wo Elefanten gehen.

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