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"Die Zeit verwandelt uns nicht, sie entfaltet uns nur."
Max Frisch

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KOMM MIT TEMBO / Zweiter Abend: WIE DAS ELEFANTENKIND VERLORENGEHT

Eines Tages trompetete der Vater: „Ich habe ein Dorf gefunden mit vielen schwarzen Menschen. Dort ist eine wunderschöne Schamba, ein Häuschen mit einem Maisfeld rundherum. Morgen nachts wollen wir hinziehen und den frischen jungen Mais auffressen."

Eines Tages trompetete der Vater: „Ich habe ein Dorf gefunden mit vielen schwarzen Menschen. Dort ist eine wunderschöne Schamba, ein Häuschen mit einem Maisfeld rundherum. Morgen nachts wollen wir hinziehen und den frischen jungen Mais auffressen."

So geschah es. Während alle Menschen ruhig in ihren Hütten schliefen, näherte sich die Herde auf leisen Füßen. Sie durchbrach alle Zäune, zertrampelte die Gärten und stand bald mitten im Maisfeld. Alle Elefanten fraßen so lange, bis sie satt waren. Dann verschwanden sie ebenso lautlos, wie sie gekommen waren.

Am nächsten Morgen trat der alte Waweru vor seine Tür - und erschrak sehr.
„Leute!" rief er. „Leute, die Elefanten waren hier und haben mein schönes Maisfeld verwüstet. Mein Gott, was soll meine Familie jetzt essen, wenn ich keinen Maisbrei mehr kochen kann!" Und er schrie und jammerte so laut, dass alle Leute zusammenliefen.

Aber in der nächsten Nacht legten sich die Männer des Dorfes auf die Lauer. Und wieder kam die Elefantenherde, um ihren Hunger zu stillen. Als die Tiere genussvoll schmatzend im Korn standen, brach plötzlich ein furchtbarer Lärm los. Ein wahrer Höllenspektakel. Die Männer trommelten mit Holzstücken auf leere Fässer und schossen mit Gewehren in den Himmel, dass die Funken sprühten. Dazu schrieen sie laut, um die Tiere zu verscheuchen. Eine Meute von mageren Hunden rannte den Elefanten bellend und kläffend zwischen die Beine. Da erschraken die großen Tiere sehr, drehten sich im Kreis herum und trompeteten schrecklich.
Es krachte und stampfte - die Elefanten liefen davon.

Der alte Bulle sagte: „Wir müssen uns ein anderes Feld suchen, hier haben wir keine Ruhe!"
Dann wurde es wieder still, und die Menschen gingen in ihre Hütten zurück. Ganz weit fort sind die Elefanten in dieser Nacht gezogen.

Am nächsten Morgen will ein kleiner Junge aus dem Dorf zum Tümpel laufen und sein Gesicht waschen. Er tritt vor die Tür - und traut seinen Augen kaum. Da liegt auf dem Boden vor ihm das Elefantenbaby. Es liegt auf der Seite und hat die Füße ausgestreckt, als wäre es tot. Durch den großen Schrecken in der Nacht war die Herde wild davon gestürmt und hatte das Kälbchen zurückgelassen. Stundenlang war es am Zaun hin und her gelaufen und konnte das Loch nicht mehr finden, durch das die großen Elefanten ausgebrochen waren.
Dann war es umgefallen und eingeschlafen.

Der Junge beginnt vor Aufregung zu zittern. Er steht wie angewurzelt und kann das Wunder kaum glauben. Noch nie hat er ein so kleines Elefantenkind aus der Nähe gesehen. Er wagt kaum es anzufassen. Ob es wirklich tot ist? Er beugt sich hinunter und berührt mit der Hand sehr vorsichtig den Kopf - er ist ganz warm! Da öffnet das Baby die schwarzen Augen und blinzelt. Sofort ist es auf den Beinen und versucht, ein paar Schritte zu laufen. Aber es kommt nicht weit. Vor dem Zaun trippelt es ein paar Mal hin und her und bleibt dann ratlos stehen. Was jetzt? Der Junge rennt zu seiner Mutter, die gerade Feuer macht.

"Mutter, ich habe einen Elefanten gefunden, einen ganz kleinen, da draußen ist er!" ruft er in die Hütte hinein.

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