Endlich sind sie da - unsere beiden neuen Oasen-Mitbewohner. Sie haben auf der Mauer zwischen unseren Wohnwelten Platz genommen und blicken erstaunt in Richtung Wasser. Mit ihrem Sitzen ist die merkwürdige Stufenmauer sinnhaft und lebendig geworden. Woher kommen die beiden, wer hat sie erschaffen?
Ein Dorf voll Kunst
Vor mehr als einem Jahr besuchten mein Mann und ich die "Bad RagARTz" in der Schweiz. Alle drei Jahre wird Bad Ragaz von rund 60 internationalen Bildhauern bespielt, als Besucher durchstreift man das in einen Skulpturgarten verwandelte Dorf. Dort sind wir das erste Mal den Menschen von Christine Wendt begegnet. Sie saßen in Gruppen auf Stehlen und waren direkt oder indirekt miteinander in Kontakt. Nie ist einer alleine, immer sind sie im Austausch, ob sie sich nun ansehen oder nicht. Diese Menschenfiguren haben uns von Anfang an begeistert.
Was fehlt
Und als im Zuge unserer Bauarbeiten die alte Verbindungsmauer sich so eigenartig stufig zeigte, da war meinem Mann mit einem Mal klar, was auf dieser Mauer fehlt: Menschen von Christine Wendt. Heute ist dieser Mangel behoben und die beiden noch Namenlosen sind bei uns eingezogen. Apropos Namen. Die neuen Mitbewohner werden mir beizeiten schon noch mitteilen, wie sie heißen, das dachte ich. Da unsere Mauer-Schauer gebürtige Schweizer sind, hat mein Mann sie spontan Urs und Regula getauft. Mir gefällt das gar nicht - und trotzdem - ich bekomme diese Namen nicht mehr aus dem Kopf.




















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